BF005/80: Theoretische und methodische Überlegungen zur Messung und Darstellung von Einkommensverhältnissen

Als grundlegendes Kriterium zur Beurteilung von Einkommensverteilungen muß die Frage der Verteilungsgerechtigkeit näher spezifisiert werden. Wenn man nicht von vornherein normative Ökonomie betreiben will, muß man sich im klaren darüber sein, daß die Grenzen zwischen Erklärung und Rechtfertigung bzw. Verurteilung fließend sind. Außerdem ist es nicht ausreichend, Unterschiede am Einkommen durch rein ökonomische Sachverhalte zu erklären (z.B. Grenzproduktivitätstheorie). Bei einer starken Ausweitung des Datenkranzes wird allerdings die Zahl der möglichen Ursachen zu groß, sodaß oft, um die Vielfalt der Ursachen zu komprimieren, kaum mehr zu definierende Begriffe wie die "gesellschaftlichen Verhältnisse" als Erklärung von Einkommensunterschieden dargestellt werden. Dem Wissenschafter bleibt als Ausweg die empirische Forschung, die ihm durch Messen von Zusammenhängen wichtige Hilfestellungen zur Entwicklung einer Theorie der Einkommensverteilung bietet. Es obliegt allerdings den Sozialwissenschaften nicht nur Erklärungen anzubieten, sondern die Theorie bzw. die Verteilungen selbst kritisch an gesellschaftlichen Zielvorstellungen zu prüfen. Unter dem Aspekt der Verteilungsgerechtigkeit können wichtige normative Beurteilungskriterien wie Leistungsgerechtigkeit und Bedürfnisgerechtigkeit nicht umgangen werden.

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abgeschlossen