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Der Thematik „Möglichkeiten einer Agrarfachhochschule“ wurde seitens der
Bundesanstalt insofern Priorität eingeräumt, da Bildung und Ausbildung
(auch landwirtschaftsbezogene Ausbildung) eines der wichtigsten - wenn
nicht das wichtigste Instrument sind, um längerfristig wirtschaftliches
und gesellschaftliches Wohlergehen für die bäuerliche Bevölkerung im
speziellen und für die Menschen im ländlichen Raum im allgemeinen zu
gewährleisten. Das Ziel des Projektes war es, durch empirische
Erhebungen und durch Auswertung sekundärstatistischer Grundlagen primär
die Akzeptanz und die fachliche Schwerpunktsetzung einer möglichen
Agrarfachhochschule entsprechend den vorgegebenen Erfordernissen des
Fachhochschulrates abzuschätzen, ohne daß am Beginn des Projektes eine
inhaltliche Vorselektion von möglichen Studiengängen erfolgen sollte.
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Der hier vorliegende Bericht beinhaltet eine kompakte Zusammenfassung einzelner empirischer Erhebungen zur inhaltlichen Um- und Neuorientierung der höheren landwirtschaftsbezogenen Ausbildung. Zielgruppen für die einzelnen Befragungen und Interviews waren land- und forstwirtschaftliche Bildungs- und FachexpertInnen, MaturantInnen von land- und forstwirtschaftlichen HLAs, AbsolventInnen der höheren landwirtschaftlichen Ausbildungsebenen (Universität, HLAs) und Unternehmen in land- und forstwirtschaftsnahen Branchen.
Leitlinie für die zusammenfassende Darstellung waren u.a. folgende zentrale Fragestellungen:
* Welche Zukunft hat die Landwirtschaft und der ländliche Raum?
* Ist eine Agrarfachhochschule notwendig?
* Ist die derzeitige höhere Agrarausbildung für die beruflichen Anforderungen ausreichend?
* Brauchen land- und forstwirtschaftliche HLA-AbsolventInnen zusätzliche Kenntnisse und Fertigkeiten?
* Welche Lehrinhalte einer möglichen Agrarfachhochschule sind für die agrarnahen Unternehmen von Bedeutung?
* Wäre eine mögliche Agrarfachhochschule eine Konkurrenz zur Universität für Bodenkultur? Ist eine Kooperation und Arbeitsteilung sinnvoll?
* Wäre für AbsolventInnen der HLAs und der Universität für Bodenkultur eine Agrarfachhochschule eine Alternative gewesen?
* Welche inhaltliche Orientierung für mögliche Agrarfachhochschulstudiengänge soll gewählt werden? (Fachrichtungsdiskussion)
* Würden land- und forstwirtschaftsnahe Unternehmen AbsolventInnen einer Agrarfachhochschule tatsächlich beschäftigen?
Nach einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse bezüglich der Akzeptanz und fachlichen Orientierung einer möglichen Agrarfachhochschule schließt der Bericht mit einem kritischen Ausblick im Kontext der bildungspolitischen Diskussion rund um die höhere agrarische Ausbildung.
"Eines dürfte aber auch klar sein: Will sich Österreich im internationalen Wettbewerb als „führendes Qualitätsland“ oder als „Ökoland“ - wie immer man diese schlagwortartigen Politikideen bezeichnen möge - auf europäischer Ebene in Bezug eine erfolgreiche Vermarktung seiner Nahrungsmittel und agrarischen Produkte bewähren und will Österreich seine ländlichen Regionen als lebendigen Wirtschaftsraum komplementär zur Dynamik der Zentren erhalten, so kann....“
Josef Hoppichler
Forschungsbericht Nr. 38 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien 1996
162 Seiten € 6,90
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