Das internationale Projekt wurde vom Arkleton Centre an der Universität Aberdeen (Prof. Mark Shucksmith) geleitet. Die weiteren Projektbearbeiter neben der Projektleitung und der BABF waren das Scottish Agricultural College (SAC) UK, das Institut für Raumplanung in Dortmund (IRPUD) und das National Institute for Regional and Spatial Analysis (NIRSA), Maynooth, Irland. Drei weitere Experten aus Spanien, Schweden und Ungarn ergänzten das Projektteam mit spezifischen regionalen Erfahrungen. Der Abschlussbericht ist über die web-site des ESPON-Programm (
www.espon.lu) verfügbar. Eine redigierte, gekürzte Version wurde kürzlich als Buchpublikation „The
CAP and the Regions – the Territorial Impact of the Common Agricultural Policy“ im CABI Verlag, Wallingford, UK veröffentlicht (August 2005).
Zur Vorbereitung des 3. Kohäsionsberichtes (2004) wurde in der ersten Projektphase ein rascher Überblick über die Datensituation und Wirkungsanalyse auf EU-Ebene geliefert. Diese regionale Analyse bestätigte frühere Untersuchungen, die bereits eine sehr geringe Übereinstimmung der GAP mit den Kohäsionszielen aufgezeigt hatten. Weitere Hauptergebnisse aus dem ESPON Projekt sind:
Die Maßnahmen der Säule 1 der Gemeinsamen Agrarpolitik unterstützen zentrale Regionen offensichtlich stärker als die peripheren Gebiete Europas. Dies gilt auch für eine kleinräumigere geographische Betrachtung, wonach besser zugängliche Gebiete durch die GAP eine höhere Förderung erzielen können.
Die Tendenz, über die Maßnahmen der Säule 1 stärker „reichere“ Regionen zu erreichen, ist durch die in diesen Gebieten vorherrschenden Betriebsstrukturen (v.a. größere Betriebseinheiten), ihre Lage im wirtschaftlichen Zentrum Europas und die Ausrichtung der landwirtschaftlichen Produktionsschwerpunkte der Betriebe begründet.
Das räumliche Verteilungsmuster der Maßnahmen der Säule 2 ist zwar deutlicher auf die peripheren Regionen der EU ausgerichtet als die Unterstützung der Säule 1, allerdings sind die Mittel verstärkt auf den nördlichen Teil der EU konzentriert.
Dies unterstreicht das Potential, das in Reformen zugunsten der Maßnahmen der ländlichen Entwicklung und einer stärkeren Berücksichtigung der räumlichen Dimension der Agrarpolitik liegt.
von Thomas Dax