Die Analyse der Lebensverhältnisse der Bevölkerung in Berggebieten und in ländlichen Regionen sowie die Entwicklung von Strategien für deren Verbesserung war seit jeher ein Anliegen der Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich ein neues Forschungsfeld herausgebildet, das sich mit den Lebens- und Arbeitszusammenhängen von Frauen im ländlichen Raum befasst. Ein Schwerpunkt liegt in der Sichtbarmachung der vielfältigen und unentbehrlichen Leistungen von Frauen für die ländliche Entwicklung und in der Analyse der bestehenden geschlechterspezifischen und -hierarchischen Verhältnisse. Eine gleichberechtigte Teilhabe und Mitwirkung von Frauen an der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung wird von Seiten der EU als integraler Bestandteil Ihrer Politik propagiert. Die EU-Strukturfonds sind in Österreich ein wichtiges Instrument zur Entwicklung des ländlichen Raumes und des Berggebietes. Daher liegt ein zweiter Schwerpunkt in der Erfassung der Auswirkungen dieser Politik auf Frauen und Männer in ländlichen Regionen und in der Entwicklung von pro-aktiven Strategien für geschlechterdemokratische und vielfältige Lebensverhältnisse in ländlichen Regionen. | |
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Fact Sheets Gender Mapping
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Im Rahmen des Projektes „Mapping Gender – Analyse geschlechter-disaggregierter Daten im Bereich der Landwirtschaft und des ländlichen Raumes“ werden an der Bundesanstalt für Bergbauernfragen Fact Sheets zu relevanten sozial-strukturellen Entwicklungen in ländlichen Regionen Österreichs aus Geschlechterperspektive erarbeitet. In diesen Fact Sheets werden relevante Informationen zu einem Thema in übersichtlichen Weise aufbereitet, mittels Karten, Tabellen und Grafiken anschaulich dargestellt sowie mit Praxisbeispielen und weiterführender Literatur versehen. Mittels geschlechter-disaggregierter Datenbestände und Indikatoren aber auch mit der Darstellung qualitativer Forschungsergebnisse sollen die typischen Lebensumstände von Frauen und Männern erfasst und analysiert und in weiterer Folge bestehende geschlechterspezifische Ungleichheiten sichtbar gemacht werden. Folgende Themen werden behandelt:
- Demographische Entwicklung (Altersstruktur, Migration),
- Bildung (Schultypenwahl, Wahl der Lehr-/Berufe),
- Erwerbstätigkeit (Erwerbsquote, Segregation des Arbeitsmarktes),
- Infrastruktur (Betreuungseinrichtungen für Kinder und Ältere, IKT, Verfügbarkeit und Nutzung),
- Mobilität (Erreichbarkeitsverhältnisse, Pendelwanderungen),
- Politische Partizipation,
- Frauen in der österreichischen Landwirtschaft,
- Familien- und Lebensformen.
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