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Der Neue Berghöfekataster

Längere Zeit wurde in Österreich durch eine Bundeskommission beim BMLFUW an einem neuen Berghöfekataster gearbeitet. Mit Hilfe modernster Erfassungsmethoden (Geoinformationssysteme, digitalisierte Kartierungen), Fernerkundungen aus der Luft und dem Einsatz der automatisierten Datenverarbeitung wurden alle für einen Bergbauernbetrieb relevanten Erschwernisse erhoben. Die drei Hauptkriterien für die Einstufung stellen die Innere Verkehrslage (die Grundstücksflächen werden 5 Hangneigungsstufen zugeordnet), die Äußere Verkehrslage (Erreichbarkeit der Hofstelle, Entfernung der Hofstelle zu öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Ort der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, Sonderverhältnisse) sowie Klima- und Bodenverhältnisse (Klimawert, Seehöhe, Ertragsmesszahlen) dar. Es wurden für jeden Bergbauernbetrieb drei Einzelkennzahlen und eine Gesamtkennzahl ermittelt. Österreich hat mit diesem neuen Berghöfekataster dadurch ein modernes einzelbetriebliches Bergbauernklassifizierungssystem, das als objektive Grundlage für die Vergabe von Bergbauernförderungen dienen kann, aber auch als Regional- und Kulturlandschaftsplanungsgrundlage herangezogen werden kann. Per Erlass des BMLF vom Juni 1999 wurde das Bewertungsschema für die Erhebungsmerkmale des "Neuen Berghöfekatasters" festgelegt und das neue System in den Folgejahren (inklusive Einspruchsfrist der Betroffenen am Anfang des Jahres 2002) eingeführt. Der "Neue Berghöfekataster" löst das System der Zuordnung der Bergbauernbetriebe in Erschwerniszonen (-kategorien) ab.

Der neue Berghöfekataster bietet gegenüber der bisherigen Erschwernisbeurteilung (Zonierung) den Vorteil einer umfassenderen und aktuelleren Bewertung der Erschwernisvielfalt. Seine Aktualisierung wird im Rahmen des jährlichen Mehrfachantrages Flächen durchgeführt. Die Weiterführung der Zonierung ist jedoch bei Betrieben mit nationaler Förderung für die Anwendung der Wahrungsregelung (bis 2004) notwendig.

Bewertungsschema "Neuer Berghöfekataster" (maximal 570 Gesamtpunkte)

  • Innere Verkehrslage: max. 320 Punkte davon Hangneigung (5 Stufen) max. 280 Punkte; Flächenaufsplitterung (Trennstücke) max. 25 Punkte; spezielle Bewirtschaftungseinheiten (z.B. Zweitbetrieb) max. 5 Punkte und traditionelle Wanderwirtschaft max. 10 Punkte
  • Äußere Verkehrslage: max. 100 Punkte
    davon Erreichbarkeit der Hofstelle max. 25 Punkte; regionale Lage des Betriebes max. 25 Punkte; weiters gibt es Punkte für die Entfernung zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Sonderverhältnisse (Weg- udnSeilbahnerhaltung) und Extremverhältnissend
  • Boden und Klima: max. 150 Punkte
    Klimawert der Hofstelle, Seehöhe der Hofstelle und Ertragsmesszahl (BHK-Bodenklimazahl) jeweils max. 50 Punkte

von Gerhard Grüner Bericht), Wien

{mosexpand:Weitere Arbeiten} 

Dax Thomas, 2001: Bewertung der regionalen Lage - ein Kriterium im Rahmen der Analyse der Erschwernis von Bergbauernbetrieben, Fact&Features Nr. 21 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien

Hovorka Gerhard, 2001: Keine Berglandwirtschaft ohne Ausgleichszahlungen. Evaluierung der Maßnahme Ausgleichszulage in benachteiligten Gebieten und Nationale Beihilfe, Forschungsbericht Nr. 47 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien

Krammer Josef, 2000: 4. Ergänzung zur Foliensammlung "Agrar- und Regionalpolitik der EU" - Agenda 2000 Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes, Neuer Berghöfekataster. Fact&Features Nr. 12/4 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Wien

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BF32/86


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