Vernissage: "BrainStories"

 

Ausstellung an der Bundesanstalt für Bergbauernfragen

Vernissage: Mittwoch, 25. November 2015 ab 18:00 Uhr

Die Ausstellung ist zu besichtigen bis März 2016, zu normalen Bürozeiten, freier Eintritt.

 

BrainStories

Die aus Russland stammende Malerin Polina Gazhur versteht sich als malende Schriftstellerin, die philosophische, psychologische und metaphysische Überlegungen und Gedanken mittels  Farben und Linien anstelle Buchstaben zu einer eindringlichen bildnerischen Symbolsprache verdichtet. Es kommt dabei im Idealfall anhand der Bild-Symbole zur Vermittlung der Botschaften zwischen ihren Bildern und den BetrachterInnen, also zu einer sogenannten symbolischen Interaktion, die für das Genre des Symbolismus charakteristisch ist.

 

Poster
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polina

 

http://www.polina-gazhur.com/

https://www.facebook.com/events/1026707610701083/

 

 

Selbstbild

Polina Gazhur ist in russischen Künstlerkreisen aufgewachsen und war deshalb schon seit ihrer Kindheit mit Malerei und Kunst im Allgemeinen konfrontiert. Nach Absolvieren einer Kunstschule und Abschluss des Kunstgeschichtestudiums verzichtete sie bewusst auf ein Kunststudium und damit auf eine akademische Malerausbildung, da sie diese Welt und deren Bedingungen durch ihre Eltern zur Genüge kannte, darin aber nicht ihre Zukunft als Künstlerin sah.
So war es ihr nie ein Bedürfnis, die Malerei als Beruf auszuüben, als Berufskünstlerin zu gelten, da sie ihr künstlerisches Schaffen als Freizeitbeschäftigung sieht. Zu groß scheinen ihr die mit dem arrivierten Kunstbetrieb und Kunstmarkt verbundenen Abhängigkeiten und zu gering die Freiräume für Experimente, die sich aus dem Zwang, Geld zu verdienen, ergeben.
Einen sehr interessanten Einblick in ihre Arbeiten gibt uns das künstlerische Selbstbild von Polina Gazhur:  sie sieht sich selbst nicht als Malerin, sondern eher als Schriftstellerin, die anstelle der Buchstaben und Worte Farben, Linien und Symbole zum Ausdruck ihrer Gedanken und Ideen verwendet. So entstehen ihre charakteristischen Bildgeschichten.

Stilistik

Polina Gazhur hat im Laufe ihres Schaffens eine sehr eigenständige, eindringliche Bildsprache entwickelt.  Malerei und Grafik ergänzen und verschränken sich in ihren Arbeiten. Stilistisch sieht sie sich selbst am ehesten in der Tradition des Symbolismus, natürlich nicht im streng kunsthistorischen Sinn.
Den KünstlerInnen Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts, die wir heute dem Symbolismus zuordnen, ging es in ihren Werken nicht um eine wirklichkeits- bzw. naturgetreue Darstellung ihrer Motive. „Die wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen“ (Jean Moréas). Ihre Bilder zeugen vielmehr von gefühlten Ereignissen, erlebten Ängsten, Verwirrungen des Daseins an sich. Oft sind es Symbole, die grundlegende Themen wie Mythen, Tod, Leidenschaft und Sünde widerspiegeln. Die reale Welt war nur Mittel zum Zweck. Sie verhalf den KünstlerInnen, ihr Inneres  - moralische und menschliche Aspekte – auszudrücken und zu verarbeiten.
Für Polina Gazhur ist in diesem Zusammenhang vor allem die geheimnisvolle Bild- und Symbolsprache der Renaissancemaler Pieter Bruegel der Ältere und Hieronymus Bosch faszinierend: „Ich verstehe die beiden.“
Die Künstlerin bevorzugt bei ihren farbigen Bildern Ölfarbe, verwendet aber auch  Acrylfarben, Tusche und Marker für graphische Arbeiten und Bilder in Mischtechnik. Ölfarben haben für die Künstlerin ein Eigenleben, sind lebendig. Sie benötigen Sensibilität, „man muss sich mit dieser anspruchsvollen Technik intensiv auseinandersetzen wie mit einem Menschen“. Die unterschiedlichen Maltechniken haben ein unterschiedliches Ausdrucksspektrum und finden deshalb in ihren Bildern jeweils für bestimmte Themen Verwendung.  Die Technik an und für sich ist aber für die Künstlerin schlussendlich nicht so wichtig wie das zugrunde liegende Ideen- und  Gedankengebäude.

BrainStories

Am Anfang jedes Bildes stehen Gedanken und Fragen, die die Künstlerin längere Zeit beschäftigen.  Dabei interessieren Polina Gazhur vor allem die philosophischen, psychologischen und metaphysischen Dimensionen des menschlichen Seins.  Wichtig ist ihr die Balance zwischen Emotionalem und Rationalem. In einem mentalen Reifungsprozess nehmen die Gedanken Gestalt an und “keimen schließlich im Kopf wie Saatkörner“. Das Malen stellt für die Künstlerin gleichsam eine Visualisierung ihrer Gedanken mittels Farbe, Form und Symbolen dar. Es ist wie ein Gespräch, ein Dialog der eigenen Innenwelt mit dem entstehenden Bild.
Der Malprozess selbst folgt keinem fixen Plan, beginnt mit mehr oder weniger detaillierten Skizzen. Das Bild entwickelt sich dann reflexiv, Schritt für Schritt. „Wenn ich in gutem Kontakt zum Bild bin, antwortet es“, und es kommt zu spontanen, aber auch logischen Reaktionen und Änderungen auf das bereits Gemalte.  
Die fertigen Bilder beantworten die anfangs gestellten Fragen, manche optimal, manche weniger befriedigend wie auch im realen Leben. Ist das Bild vollendet, ist meist auch der Diskussionsprozess abgeschlossen. Stellen sich diesbezüglich keine Fragen mehr,  reift das nächste Thema heran. Bilder sind wie Kinder, meint die Künstlerin, alle sind sehr verschieden. Manche Bilder stehen der Malerin  näher,  andere haben ihr auch noch nach vielen Jahren etwas zu sagen.

Außenwelt

Als Resonanz auf ihre Arbeiten schätzt Polina Gazhur eine konstruktive Auseinandersetzung zwischen dem Publikum und ihr. Leute, die dieselben Fragen stellen, die die Geschichten in ihren Bildern erkennen, die mit ihr in einen Diskussionsprozess eintreten wollen. Es kommt dabei im Idealfall anhand der Bild-Symbole zur Vermittlung der Botschaften zwischen ihren Bildern und den BetrachterInnen, also zu einer sogenannten symbolischen Interaktion, die für das Genre des Symbolismus charakteristisch ist.
Die Malerin beschreibt den gesellschaftlichen Beitrag ihrer Kunst mittels einer einfachen Metapher: Die kleinen Kerze am Fenster, die zum Nachdenken über innere Befindlichkeiten und Prozesse anregen soll. Als kleinen Beitrag, um über die Beschäftigung mit sich selbst und dem Gemalten auf die Außenwelt einzuwirken. Insofern  lehnt sie das Malen von „Negativem“, das zu viel Energie und Substanz kostet, ab und bevorzugt dessen künstlerische Transformation.
Ihre künstlerische Zukunft betreffend ist Polina Gazhur auf der permanenten Suche nach dem „idealen Malstil“, der es ihr ermöglicht, ihre Gedanken zwischen den Polen der Abstraktion und des Gegenständlichen  optimal auszudrücken und zu projizieren.
Man sollte sich Zeit nehmen, Zeit für die Bilder und ein Gespräch, um über die Werke in Polina Gazhurs Gedankenwelt vordringen, um den Sinn in ihren spannenden Bildern erahnen zu können.

weiterführende Literatur

  • Groier Michael (2015) Biolandwirtschaft am Scheideweg? In UGB-forum. Fachzeitschrift für Gesundheitsförderung. 4/2015

  • Groier, Michael (2015) Familiy Farming in Austria. www.fao.org

  • Groier, Michael (2015) Entwicklung des agrarischen Umweltprogrammes ÖPUL. Fact Sheet Nr. 11 der BA für Bergbauernfragen. Wien.

  • Groier Michael (2015) Konventionalisierungsrisiken in der österreichischen Biolandwirtschaft. In: land&raum 1/2015 (ÖKL) Mai 2015.

  • Groier, Michael (2014) Wird bio konventionell? In Wege für eine bäuerliche Zukunft Zeitschrift der ÖBV - Via Campesina Austria: Nr. 331, Nr. 1/2014.

  • Groier, Michael (2014) Konventionalisierungsrisiken in der österreichischen Biolandwirtschaft. In Ländlicher Raum. Online Fachzeitschrift des BMLFUW, Wien.

  • Groier, Michael (2014) Konventionalisierungsrisiken in der österreichischen Biolandwirtschaft. In Der Alm- und Bergbauer 5/14. S. 11-13.

  • Groier, Michael (2013): Kennzeichnung von Bergprodukten. Zusatznutzen oder Marketingstrategie. Teil 3. In: Der Alm- und Bergbauer Nr. 5/13

  • Groier, Michael (2013): Perspektiven für Bergerzeugnisse. In: Der Alm- und Bergbauer Nr. 6-7/13

  • Groier, Michael (2013): Wie weit darf Bio gehen? Analyse von Konventionalisierungsrisiken im Bereich der biologischen Landwirtschaft Österreichs. FB 69 der BA für Bergbauernfragen. Wien

  • Groier, Michael (2013): Kennzeichnung von Bergprodukten. Zusatznutzen oder Marketingstrategie. Teil 1. In: Der Alm- und Bergbauer Nr. 3/13

  • Groier Michael (2013): Entwicklung und Struktur des Biolandbaus in Österreich. Fact Sheet Nr. 7 der BA für Bergbauernfragen. Wien

  • Groier, Michael (2013): Kennzeichnung von Bergprodukten. Zusatznutzen oder Marke-tingstrategie. Teil 2. In: Der Alm- und Bergbauer Nr. 4/13

  • Groier Michael (2013): Biostruktur und –entwicklung in Österreich. FactSheet Nr. 6 der BA für Bergbauernfragen. Dezember 2013, Wien

  • Groier Michael (2013): Biolandbau international. Fact Sheet Nr. 6 der BA für Bergbauernfragen. Wien

  • Groier Michael (2013): Konventionalisierungsrisiken in der österreichischen Biolandwirtschaft. Fact Sheet Nr. 8 der BA für Bergbauerfragen. Wien

  • Groier, Michael Mountain Milk and Cheese in Austria Präsentation beim Kick-off Meeting Sevilla, Spanien 12.7.2012

  • Groier, Michael (2012): Buchbesprechung: Gedanken zum Buch „Der Große Bioschmäh“ von Clemens G. Arvay, Februar 2012, für die Homepage des Autors http://cgarvay.wordpress.com/

  • Groier, Michael (2011): Wohin fließen die ÖPUL-Gelder? In: Ländlicher Raum. (Dez. 2011)

  • Groier, Michael (2011): Die neue Almstatistik. In: Ländlicher Raum, Dez. 2011


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