FF56: Ex-post Evaluierung der LEADER-Maßnahmen

FF 56
Seit über 25 Jahren wird über Leader (‚Liaison entre actions pour le développement économique rural‚) die lokale Entwicklung in ländlichen Gebieten der Europäischen Union unterstützt. Diese Förderung kleinräumiger Projektinitiativen wurde Anfang der 1990er Jahre in der Europäischen Union als integrierte territoriale Gemeinschaftsinitiative eingeführt, welche vorerst als „innovative Werkstatt“ und „Experimentierfeld“ zur Sammlung von Projekt und Prozesserfahrung diente und sich in der Förderperiode 2007-2013 mit 2.300 Lokalen Aktionsgruppen als weit verbreitete Initiative etabliert hat. Leader wird im Bereich der neo-endogenen und nachhaltigen ländlichen Entwicklung als zentrale Initiative in der Europäischen Union angesehen und ist weltweit Vorbild für die Konzeption von Programmen der lokalen Entwicklung.


Als Österreich im Jahr 1995 der EU beitrat, konnte bereits auf Erfahrungen mit der Förderung strukturschwacher ländlicher Regionen im Zuge der „Eigenständigen Regionalentwicklung“ für die Leader-Implementierung zurückgegriffen werden. Die kleinregionale Ausrichtung von Leader, die Aktivierung und die verstärkte Beteiligung lokaler Akteure und Akteurinnen bei der Gestaltung und Steuerung ihrer eigenen Lebensräume führten zu vielen zusätzlichen Innovationsimpulsen in Österreich. Diese kennzeichnen den Leader-Ansatz, der darauf aufbaut, dass in einer ländlichen Region durch eine lokale öffentlich-private Partnerschaft eine Lokale Entwicklungsstrategie ausgearbeitet und umgesetzt wird. Es steht dabei die integrierte, räumliche und partizipatorische Entwicklung der Region im Mittelpunkt und nicht die Entwicklung einzelner (Wirtschafts-) Sektoren.

Die ehemalige „innovative Werkstatt“ Leader hat sich zu einem vielbeachteten Instrumentarium ländlicher Entwicklungspolitik entwickelt und wurde ab der Förderperiode 2007-2013 als integraler Bestandteil in das Ländliche Entwicklungsprogramm aufgenommen. Diese Umgestaltung, die als ‚mainstreaming‘ bezeichnet wurde, war von großen Erwartungen, einer starken Erhöhung der verfügbaren Finanzmittel, aber auch von erheblichen Befürchtungen hinsichtlich der Angemessenheit der administrativen Abläufe für die Umsetzung von Leader begleitet. Die Veränderungen, die sich durch die ‚administrative‘ Neugestaltung von Leader ergaben, wurden bereits im Rahmen der Mid-term-Evaluierung des Programmes LE 07-13 sehr deutlich sichtbar (s. Facts & Features 47 der BABF).


Der vorliegende Bericht zur Ex-post-Evaluierung fasst die Ergebnisse der Bewertung von Leader nach Abschluss der Programmperiode 2007-2013 zusammen. Die Empfehlungen für die Gestaltung der Maßnahme im Programm LE 14-20 und darüber hinaus betreffen insbesondere eine verstärkte Bewusstseinsarbeit für die Leader-Methode in den Regionen, die Rückbesinnung auf die sektor-übergreifende Ausrichtung von Leader, die Stärkung der Autonomie der Lokalen Aktionsgruppen, die Förderung der Weiterbildung und des Wissensaustausches sowie den Ausbau von Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene. Der gegenständliche Bericht stellt einen Auszug aus dem kompletten Ex-post Evaluierungsbericht dar, der seitens des BMLFUW Ende Dezember 2016 als abschließende Bewertung der Programmumsetzung an die Europäische Kommission übermittelt wurde.