FB47: Keine Berglandwirtschaft ohne Ausgleichszahlungen

FB 47
In diesem Bericht erfolgt die Zwischenevaluierung der Maßnahme Ausgleichszulage in Benachteiligten Gebieten und Nationale Beihilfe gemäß VO (EG) Nr. 950/97 in Österreich für die EU-Kommission. Die Land- und Forstwirtschaft im benachteiligten Gebiet, und im Berggebiet im besonderen, hat in Österreich einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. In Österreich liegen 80% der Landesfläche im benachteiligten Gebiet bzw. 70% im Berggebiet. Der Anteil des landwirtschaftlich benachteiligten Gebietes an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche beträgt 69% bzw. der des Berggebietes 58%. Österreich hat innerhalb der EU einen der höchsten Anteile an Berggebieten.

 

Die erwünschte Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichen Tätigkeit wäre ohne öffentliche Zuschüsse unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bei vielen Bergbauernbetrieben nicht möglich und daher hat die spezielle Förderung der Berglandwirtschaft eine jahrzehntelange Tradition. Die Ausgleichszulage zugunsten benachteiligter landwirtschaftlicher Gebiete war im Bewertungszeitraum 1995-1998 die quantitativ bedeutendste Maßnahme im Rahmen des Zieles 5a in Österreich. Die Nationale Beihilfe ist eine wichtige Ergänzung der EU-Ausgleichszulage und als integraler Bestandteil der Bergbauernförderung zu sehen, die für viele Betriebe einen Förderungsverlust, im Vergleich zur Situation vor dem EU-Beitritt verhindert hat.

Die Ausgleichszulage und die ergänzende Nationale Beihilfe stellen ein zentrales Element zur Erreichung der generellen Ziele der Effizienzverordnung und zur Unterstützung der Aufrechterhaltung der Landwirtschaft, der Erhaltung der Besiedelung, der Erhaltung und Gestaltung der Kulturlandschaft und der Erreichung der umweltpolitischen Ziele in den benachteiligten landwirtschaftlichen Gebieten, insbesondere im Berggebiet, dar. Dennoch verzeichnete die Ausgleichszulage im Bewertungszeitraum und darüber hinaus bis einschließlich zum Jahr 2000 auch unter dem Gesichtspunkt der Multifunktionalität der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete wesentliche Defizite. Als wichtigste Empfehlungen werden im Evaluierungsbericht vorgeschlagen, einen Grundbetrag (Sockelbetrag) für kleine und mittlere Betriebe in den benachteiligten Gebieten (inklusive Berggebiete) zu schaffen, der nach der Bewirtschaftungserschwernis gestaffelt werden sollte, sowie eine höhere Förderung je Förderungseinheit für die Bergbauernbetriebe mit hoher und extremer Erschwernis zu ermöglichen, um den tatsächlichen Einkommens- und Bewirtschaftungsunterschieden in der Landwirtschaft besser zu entsprechen. Mit der neugestalteten Ausgleichszulage im „Österreichischen Programm für die Entwicklung des ländlichen Raumes“ für den Zeitraum 2001 bis 2006 auf Basis der VO (EG) Nr. 1257/99 des Rates werden wichtige Verbesserungen des Fördersystems vorgenommen.

Forschungsbericht Nr. 47 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien 2001.
168 Seiten, € 7,27

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weiterführende Literatur

  • Hovorka Gerhard (2018) Neue Broschüre „Berglandwirtschaft“ der Alpenkonvention. In: FOCUS online. Februar-März 2018. Wien.

  • Hovorka Gerhard (2018) Die Berglandwirtschaft hat gesamtgesellschaftliche Bedeutung. In: CIPRA: Zeitschrift für die Alpenkonvention. Nr. 88.

  • Hovorka Gerhard (2018) Die Förderung der Berglandwirtschaft. Über die aktuelle Situation am Beispiel Österreichs und Eckpunkte für die Zukunft. In: Agrar Bündnis e.V. (Hg.). Der kritische Agrarbericht 2018. Konstanz. Jänner 2018

  • Hovorka, Gerhard (2016) LE07-13 Ex-Post-Evaluierung. M211 und 212 Ausgleichszahlungen für naturbedingte Nachteile zugunsten von LandwirtInnen in Berggebieten und benachteiligten Gebieten, die nicht Berggebiet sind. Juli 2016. 58 Seiten. Wien.

  • Hovorka Gerhard (2015) Leistungen, Einkommen und Zukunft der Berglandwirtschaft. In: Bäuerliche Zukunft Nr. 337. Juni 2015. S. 7-9.

  • Hovorka, Gerhard (2014) Das Zukunftspapier zur Berglandwirtschaft. In Die Alpenkonvention. Nachhaltige Entwicklung für die Alpen. Nr. 74/01-2014. März 2014. Innsbruck

  • Gmeiner, Philipp und Hovorka, Gerhard (2014) Die Ex-ante Evaluierung der Programms Ländliche Entwicklung am Beispiel der Ausgleichszulage. In Ländlicher Raum Online-Fachzeitschrift des BMLFUW. September 2014 http://www.bmlfuw.gv.at/land/laendl_entwicklung/Online-Fachzeitschrift-Laendlicher-Raum/Ausgleichszulage.html

  • Hovorka, Gerhard (2014) Die Sicht der Berglandwirtschaft. Über die Umsetzung der EU-Agrarreform in Österreich. In Der Kritische Agrarbericht 2014.Hintergrundberichte und Positionen zur Agrardebatte. Konstanz/Hamm, S. 35-37.

  • Hovorka, Gerhard (2013): Die Berglandwirtschaft in Österreich – Aufgaben, Leistungen und notwendige Rahmenbedingungen. In: Sekretariat des Nationalparkrates Hohe Tauern (Hg.): „Die Almen im Spannungsfeld – Tagung der Nationalpark Akademie“. Tagungsband, Mallnitz, 4.-5. April 2013, S. 4-6.

  • Hovorka, Gerhard (2013): Kein gutes Einkommensjahr für die Berglandwirtschaft. In: Wege für eine Bäuerliche Zukunft. Nr. 330, Dezember 2013

  • Hovorka, Gerhard (2013): Die Berglandwirtschaft in der Reform der Agrarpolitik. In: Wege für eine Bäuerliche Zukunft. Nr. 329, Oktober 2013

  • Hovorka, Gerhard (2013): Die Berglandwirtschaft in Österreich – Aufgaben, Leistungen und notwendige Rahmenbedingungen. In: Sekretariat des Nationalparkrates Hohe Tauern (Hg.): „Die Almen im Spannungsfeld – Tagung der Nationalpark Akademie“. Ta-gungsband, Mallnitz, 4.-5. April 2013, S. 4-6.

  • Gmeiner, Philipp und Hovorka, Gerhard (2013): „Die Berglandwirtschaft in der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)“. Im Tagungsband der SGA-ÖGA Tagung “Grenzen der Qualitätsstrategie im Agrarsektor” vom 12.-14.9.2013, Zürich, S. 121-122.

  • Hovorka, Gerhard Berglandwirtschaftspolitik in Österreich Referat beim Expertenworkshop Evaluation der Berglandwirtschaft einschließlich der Alm- und Alpwirtschaft in Bayern Veranstalter: Forschungsgruppe Agrar- und Regionalentwicklung Triesdorf (ART) Grainau, Bayern 20.9.2012

  • Hovorka, Gerhard/Gmeiner, Philipp (2012): Die Neugestaltung der Ausgleichszulage für naturbedingte Nachteile in Österreich. In: Hambrusch, Josef/Hoffmann, Christian/Kantelhardt, Jochen und Oedl-Wieser, Theresia (Hg.): Jahrbuch der Österreichischen Gesellschaft für Agrarökonomie. Band 21, Heft 2. Wien, S. 103 – 112.

  • Hovorka, Gerhard (2012): Die Berglandwirtschaft im 21. Jahrhundert – Aufgaben, Leistungen und notwendige Rahmenbedingungen. Beitrag für das „Yearbook of Socioeconomics in Agriculture 2011“ der Schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie

  • Hovorka, Gerhard (2011): Evaluation der Ausgleichszulage (AZ) in Österreich. Beitrag im Tagungsband: Ortner, Karl (Red.): Zusammenfassung des 49. AWI-Seminars am 20. Mai 2011. Ergebnisse und Schlussfolgerungen aus der Halbzeitbewertung von Programmen zur Entwicklung des Ländlichen Raums. S. 24-27.

  • Hovorka, Gerhard (2011): Die Evaluierung der Ausgleichszulage für naturbedingte Nachteile – Halbzeitbewertung der Österreichischen Programms für die Entwicklung des Ländlichen Raums. Facts&Features Nr. 46, Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Wien, April 2011

  • HOVORKA, Gerhard: „Keine Berglandwirtschaft ohne Ausgleichszahlungen“, Beitrag im Grünen Bericht 2000, Wien 2001

  • Forschungsbericht Nr. 47: „Keine Berglandwirtschaft ohne Ausgleichszahlungen. Evaluie¬rung der Maßnahme Ausgleichzulage in benachteiligten Gebieten und Nationale Beihilfe“, von Gerhard Hovorka, Wien 2001, 168 Seiten

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